Monsieur Bob feierte gestern ein rundes Jubiläum. Bereits zum zehnten Mal durfte er einem Konzert der Hosen beiwohnen und, soviel sei vorweggenommen, es lohnte sich auch dieses Mal.
Pünktlich um 20.00 betraten die Bloodlights aus Oslo die Bühne und spielten ein gut 30 Minuten langes Set aus ihrem Repertoire. Mit solidem Rock’n'Roll und einer Prise Punk konnten die Norweger beim Publikum und bei Monsieur Bob Sympathiepunkte sammeln. Eine Hörprobe kann sicherlich auch dem wertden gm nicht schaden.
Danach gabe es sehr erträgliche Musik ab Konserve, um die Wartezeit zu überbrücken. Zu The Clash, The Ramones und Green Day wärmte sich der Pöbel für das bevorstehende Spektakel auf. Bei Blitzkrieg Bop kurz nach 21.00 erloschen dann endlich die Lichter in der Halle, zwei Hosen-Fahnen wurden gehisst und die Band stürmte forschen Schrittes die Bühne. Nach ein paar gemeinsamen „Hey ho, let’s go“’s legten die Jungs mit „Strom“ so richtig los. Das Lied kommt live sehr gut an und ist durchaus ein geeigneter Opener.
„Du lebst nur einmal“ und „All die ganzen Jahre“ setzten den gelungenen Auftakt fort. „Innen alles neu“ war das zweite Stück aus dem neuen Album und war aus der Sicht des Monsieur Bob ein Höhepunkt des ganzen Sets. Das Lied rockt live gewaltig ab, das macht Freude! Nach dem alt bewährten „Auswärtsspiel“ kamen erste Zweifel auf: „Disco“ konnte bislang ab CD nicht durchgehend überzeugen. Der Autor stellte aber mit Freude und Überraschung fest, dass das Lied live gut funktioniert und die Stimmung auf hohem Niveau verblieb. Auch das folgende Stück „Madeleine aus Lüdenscheid“ gehört nicht unbedingt zu des Autors Favoriten, kam aber beim Pöbel gewohnt gut an.
Die Stimmung erreichte einen ersten glanzvollen Höhepunkt, als aus ca. 13′000 Kehlen der Beginn von „Liebeslied“ ertönte, gefolgt von den Klassikern „Alles aus Liebe“ und „Wünsch dir was“. „Alles was war“ konnte sich trotz seiner Jugendlichkeit nahtlos einfügen und wurde ebenso begeistert wie textsicher mitgegröhlt. Nach einer kurzen Rückblick auf die Wahlen vom Sonntag und Campinos Bedauern zur Ablehnung der Hanfinitiative gaben die Hosen „Cokane in my brain“ zum Besten. „Niemals einer Meinung“, eines der besten Hosen-Live-Lieder, beschloss diesen starken Teil im Set würdevoll.
Mit „Teil von Dir“ und “Ertrinken“ ging es weiter, gefolgt von „Paradies“. Danach war Zeit für Gänsehaut. „Nur zu Besuch“ liess keinen der anwesenden Konzertgänger kalt, die Stimmung war überwältigend. Einigen kam diese ruhigere Phase wohl auch konditionell zu Gute…nein, damit ist nicht der Autor gemeint, der altersgerecht auf der Tribüne Platz nahm…
Nach „Steh auf, wenn du am Boden bist“, „Pushed again“, „Hier kommt Alex“ und „Freunde“ verliessen die Hosen nach gut 80 Minuten zum ersten Mal die Bühne, um kurz darauf natürlich wieder unter tosendem Applaus nachzulegen. Zusammen mit Esther und Patrick (bekannt von der Unplugged-CD) wurde ein 4er-Acoustic-Set zum Besten gegeben. Nach „The Guns of Brixton“ und „Hand in Hand“ wusste vor allem ein neues Lied zu überzeugen: „Tauschen gegen dich“. Mit einem trompetenden Campino schloss „Eisgekühltter Bommerlunder“ dieses Acoustic-Sets. Zum zweiten Mal verliessen die Hosen für kurze Zeit die Bühne.
Mit einem Medley (ur-)alter Songs gings weiter. Das liess bei den etwas älteren Fans das Herz höher schlagen: „Achterbahn“, „Schwarzwaldklinik“, „Opelgang“, „Wir sind bereit“, „Verschwende deine Zeit“, „Reisefieber“ und „Liebesspieler“ waren zwar nicht allen Anwesenden bekannt, waren aber doch eine sehr schöne Reise in die Vergangenheit. Nach dem legendären „Wort zum Sonntag“ und „Schönen Gruss und auf Wiederseh’n“ war der dritte Abgang an diesem Abend vorprogrammiert.
Nach gut 120 Minuten tauchten die Hosen dann zum vierten und letzten Male auf der Bühne auf. Mit Kuddel am Schlagzeug, Campino an der Gitarre und Vom als Sänger kam der Pöbel in den Genuss von „Worm Song“. Ganz vergessen und eigentlich nie ein Thema war, dass Campino eigentlich erkältet ist und darum im Vorfeld alle Interviews absagen musste. Erst beim nächsten Lied ging er auf verscheidene Viren ein. Einen ganz schlimmen besangen die Hosen mit „Bayern“. Amüsant dabei war, dass auf den zwei Grossleinwänden neben der Bühne alle Tore zum 7:1 Sieg Fortuna Düsseldorfs gegen die Bayern aus dem Jahre 1974 zu sehen waren. Nach ihrem grössten kommerziellen-Single-Erfolg „Zehn kleine Jägermeister“ wurde der Abend klassisch mit der Hymne „You’ll never walk alone“ definitiv abgeschlossen. Nach gut 150 Minuten veraschiedete das Publikum seine Helden gebührend und frenetisch.
Trotz der Grösse des Hallenstadions war es ein ausgezeichnetes Konzert, die Vorfreude auf den 27.12 in München wurde beim Autor ins Unermessliche gesteigert. Dann wird auch er sich wieder im tobenden Pöbel befinden und nicht mehr angeschlagen auf der Tribüne, harrend der Dinge, die da kommen, sitzen müssen.
- Intro: Blitzkrieg Bop
- Strom
- Du lebst nur einmal
- All die ganzen Jahre
- Innen alles neu
- Auswärtsspiel
- Disco
- Madelaine aus Lüdenscheid
- Liebeslied
- Alles aus Liebe
- Wünsch dir was
- Alles was war
- Cokane in my brain
- Niemals einer Meinung
- Teil von Dir
- Ertrinken
- Paradies
- Nur zu Besuch
- Steh auf, wenn du am Boden bist
- Pushed again
- Hier kommt Alex
- Freunde
- The Guns of Brixton
- Hand in Hand
- Tauschen gegen Dich
- Eisgekühlter Bommerlunder
- Medley: Achterbahn/Schwarzwaldklinik/Opelgang/Wir sind Bereit/Verschwende deine Zeit/Reisefieber/Liebesspieler
- Wort zum Sonntag
- Schönen Gruss, auf Wiederseh’n
- Worm Song
- Bayern
- Zehn kleine Jägermeister
- You’ll never walk alone